MODx 2.0 - Nach der Evolution nun die Revolution

16.09.2010 MODx 2.0 - Nach der Evolution nun die Revolution Die Entwickler von MODx haben sich Zeit für die zweite Version ihres Content Management Systems genommen. Bei MODx 2.0, auch genannt Revolution, handelt es sich deshalb nicht um ein herkömmliches Update, sondern vielmehr um die nächste Generation von MODx.
Einziger Wermutstropfen: Die neue Version ist nicht mehr mit dem Vorgänger MODx Evolution kompatibel. Wer trotzdem umsteigen möchte, sollte eine frische MODx Revolution Installation aufsetzen und die Daten manuell von der alten in die neue Installation übertragen. Dies hat auch den Vorteil, dass kein unnötiger Ballast mit in die neue Installation übernommen wird.

Doch was zeichnet MODx eigentlich gegenüber anderen CMS aus?

Wer bereits Erfahrungen mit dem Vorgänger MODx Evolution gesammelt hat, dem wird der Einstieg in MODx Revolution nicht sehr schwer fallen, denn die Entwickler bleiben ihren Konzepten treu. Aber auch Neueinsteiger, die ein einfaches und flexibles CMS suchen, sind bei MODx genau richtig aufgehoben.
MODx ist intuitiv wie kaum ein anderes CMS und macht es seinen Anwendern besonders leicht, in kurzer Zeit neue Seiten umzusetzen und individuelle Wünsche zu realisieren.

Die Umsetzung von Templates für ein CMS ist eine Aufgabe, die häufig sehr viel Zeit kosten kann. Dies liegt daran, dass in der Regel jedes CMS seine eigene Template-Syntax mit unterschiedlicher Logik aufstellt.
Bei MODx ist das zwar nicht anders, die Syntax ist aber vergleichsweise einfach gehalten und vor allem gut dokumentiert. Ein fertiges HTML-Gerüst lässt sich deshalb schnell mit Leben füllen. Zudem lassen sich Template-Variablen für einzelne Templates definieren, welche beim Erstellen einer Seite mit gegebenem Template per Formular gefüllt werden können. Auf diese Weise lassen sich leicht seitenspezifische Variablen festlegen und verwalten.
In der neuen Version wurde die Template-Syntax von MODx leicht verändert und in Folge dessen einheitlicher. Da die Logik unverändert blieb, können selbst alte Templates nach wenigen Anpassungen wieder verwendet werden.

MODx ist ein sehr Entwickler-freundliches CMS, das besonders von der Nähe zu PHP profitiert. Eigene Codeschnipsel, ob statische HTML und JavaScript Chunks oder dynamische PHP Snippets, können direkt über das CMS eingefügt und verwaltet werden.
Wer selbst Entwickler ist, dem wird dieses Feature sicherlich gefallen, da auf diese Weise leicht eigene Codeschnipsel Einzug in die Seite finden, ohne Hand an die Kernkomponenten des CMS anlegen zu müssen. Gleichwohl wird es nicht jedem gefallen, dass fremder PHP-Code ohne große Umwege in das System geschleust werden kann.

Zentrale Komponente von MODx ist eine Spalte mit insgesamt drei Tabs. Darüber sind alle Ressourcen, also in erster Linie die im Frontend erreichbaren Seiten, Elemente, dazu zählen Templates ebenso wie Chunks und Snippets, und schließlich die Dateiverwaltung zu erreichen.
Wichtig hierbei ist, dass diese Spalte auf jeder Seite eingeblendet wird, der Weg zu den wichtigsten Komponenten ist damit stets kurz.
MODx setzt bewusst auf AJAX. Die Seitenübergänge sind dadurch flüssiger, für einen Seitenwechsel muss niemals die komplette Seite neugeladen werden. Im lokalen Testbetrieb erwies sich aber besonders die neue Version dadurch noch als etwas träge, auch wenn man eigentlich das Gegenteil annehmen würde.

Einer Überholung wurde in MODx Revolution der Dateimanager unterzogen. Über ihn lassen sich nun mehrere Dateien gleichzeitig hochladen, seine Bedienung ist intuitiv.
Einziges Manko dabei ist, dass in einigen Fällen der geöffnete Verzeichnisbaum nach dem Upload nicht mehr wiederhergestellt wird. Möchte man also mehrfach Dateien in dem gleichen Unterverzeichnis hochladen, muss man sich häufiger durch alle übergeordneten Verzeichnisse klicken.

Neu in MODx Revolution ist auch eine Lexikon-Verwaltung und ein Repository für Erweiterungen.
War TinyMCE in MODx Evolution noch als Standard-Rich Text Editor im Umfang enthalten, muss dieser nun erst über das Repository nachinstalliert werden. Da dies aber problemlos über die Paketverwaltung möglich ist, ergibt sich kein wirklicher Nachteil, das Basissystem wird dadurch sogar schlanker.
Das integrierte Lexikon dient der Verwaltung aller Übersetzungen und ihrer Sprachvariablen. Die Vorteile werden schnell deutlich, wenn ein Plugin installiert wird, welches nicht in der bevorzugten Sprache verfügbar ist. Dann kann eine eigene Übersetzung direkt über MODx angelegt und gepflegt werden. Darüber hinaus kann natürlich auch eine verfügbare Übersetzung leicht den eigenen Wünschen angepasst werden, sofern dies denn gewünscht ist.

Etwas ungewohnt ist zu Beginn die neue Einstellungsseite. Diese wurde generisch realisiert und arbeitet mit vorgegebenen Einstellungstypen, bspw. einem booleschen Wert oder einer Zeichenkette. Zwar sind die einzelnen Konfigurationswerte kategorisiert, aufgrund deren Vielzahl kann die Suche nach einem gewünschten Wert anfangs aber schon einmal ein paar Sekunden dauern. Auf Dauer werden sich aber sicherlich auch die Vorteile dieses generischen Ansatzes bemerkbar machen, spätestens wenn das System stärkeren Modifizierungen unterzogen wird.

Alles in allem überzeugt MODx durch klare Strukturen und Intuition. Es ist besonders Einsteiger-freundlich, kompakt und zugleich überaus leicht den eigenen Vorstellungen anzupassen. Selbst eigene suchmaschinenfreundliche URLs lassen sich ohne großen Aufwand realisieren.
MODx zählt deshalb ganz klar zu meinen Favoriten unter den Content Mangement Systemen. Mit MODx Revolution haben die Entwickler nun auch im Kern die Basis für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen. Es dürfte interessant werden, wie sich MODx in den kommenden Jahren entwickeln kann. Es ist in jedem Fall davon auszugehen, dass MODx sich weiter auf dem hart umkämpften CMS-Markt etablieren kann und an Popularität gewinnen wird.

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