Piwik - Open Source Webstatistiken
25.04.2009
Seit nunmehr 3 Jahren kommt auf sf-design.info der chCounter zur Erzeugung von Besucherstatistiken zum Einsatz. In dieser Zeit war ich mit der Arbeit des Counters sehr zufrieden, lieferte er mir doch immer zuverlässig aktuelle Besucherzahlen, Suchphrasen und die Referer meiner Gäste. Darüber hinaus konnten verwendete Browser, Betriebssysteme und vieles mehr eingesehen werden.Das einzige Manko dabei ist, dass der chCounter leider nicht regelmäßig weiterentwickelt wird und so nicht mehr von den neuesten technischen Möglichkeiten Gebrauch macht. Neuere Browser, wie Googles Chrome, gingen zudem aufgrund fehlender Zuordnung als "unbekannt" in die Statistiken ein. Man darf allerdings nicht vergessen, dass es sich bei dem chCounter nach wie vor um ein Ein-Mann-Projekt handelt.
Über einen Umstieg habe ich bis vor kurzem dennoch nicht nachgedacht.
Vor einigen Tagen bin ich dann allerdings auf das Projekt Piwik gestoßen, welches sich selbst als "Open source web analytics" beschreibt. Das Projekt befindet sich zwar noch in einem recht frühen Entwicklungsstadium - aktuell steht Version 0.2.34 zum Download bereit - doch strebt es an, eine ehrwürdige Alternative zu dem weit verbreiteten Google Analytics zu werden. Wie auch beim chCounter bleiben die Statistiken bei Piwik auf dem eigenen Server, was zumindest für mich ein wichtiges Auswahlkriterium darstellt. Statistiken der eigenen Besucher an Dritte weiterzuleiten halte ich nicht nur rein rechtlich für bedenklich.
Trotz der noch recht klein anmutenden Versionsnummer kann sich Piwik schon sehen lassen. Im Backend-Bereich kommt AJAX zum Einsatz, sodass stets nur die Daten geladen werden, welche benötigt werden. Auf diese Weise muss selbst auf Diagramme zu den Statistiken nicht zu lange gewartet werden. Denn neben einer einfachen Statistik-Übersicht in Textform bietet Piwik die Möglichkeit, zu nahezu allen Daten Säulen- und Balkendiagramme zu erstellen. Dies sieht nicht nur schön aus, sondern gibt einen guten Überblick über die einzeln Statistiken.
Im Vergleich zum chCounter konnte Piwik bei mir durch folgende Statistiken punkten: Auflistung der Browser-Versionen, Länge eines Besuchs, verwendete Plugins (z.B. Flash und Java), ausgehende Links und die Anzahl wiederkehrender Besucher. Besonders aufgefallen ist mir hierbei die Übersicht der besuchten Seiten. Piwik sortiert diese nach Unterverzeichnissen, was im Zusammenhang mit mod_rewrite sehr interessant ist. Auf sf-design.info sind alle News beispielsweise unter der Adresse "/news/Titel.html" zu finden. Piwik fasst alle Aritkel nun zunächst unter diesem Verzeichnis zusammen, die Statistiken zu den einzelnen Seiten können dann per Mausklick angezeigt werden. Dies erhöht die Übersichtlichkeit enorm.
Etwas kritisch stehe ich allerdings der Tatsache gegenüber, dass Piwik zur Erfassung von Besuchern ausschließlich mit JavaScript arbeitet. Dies erleichtert zwar die Einbindung des Zählers in die eigenen Seiten, da lediglich ein kleiner JS-Code-Schnipsel in den HTML-Code eingefügt werden muss (der chCounter arbeitete mit PHP und JS), gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass Besucher ohne JavaScript und Bots nicht mit in die Statistik einfließen. Dem chCounter zu Folge hat diese Besuchergruppe auf meiner Seite immerhin einen Anteil von knapp 45 % ausgemacht. Wie wichtig einem die Erfassung dieser Besucher ist, muss aber jeder selbst wissen.
Momentan habe ich zwar beide Statistiken in meine Seite integriert, ab nächstem Monat werde ich aber höchstwahrscheinlich auf Piwik umsteigen, da mich dieses neue Projekt schon jetzt überzeugen konnte. Des weiteren arbeitet bereits eine ansehnliche Community mit den Entwicklern zusammen, sodass Piwik sicherlich nicht so schnell vom Horizont verschwinden wird.
Ich kann dieses Statistik-Tool wirklich jedem Seitenbetreiber ans Herzen legen, die Installation ist sehr einfach gehalten und in wenigen Minuten durchgeführt. Ein umfassendes Rechtesystem ermöglicht zudem, die Ansicht der Statistiken individuell festzulegen. Das verwendete Framework ermöglicht außerdem eine leichte Erweiterung des Systems um eigene Plugins und Widgets. Ein Blick auf Piwik lohnt sich also in jedem Fall. Für Unentschlossene gibt es übrigens eine Online Demo.
Werde es sicher auch testen und mal sehen vieleicht steige ich auch um...
lg
S.Wokal