Linux Spielewiese
17.05.2009
Ein paar Jahre sind meine letzten Linux-Experimente jetzt schon her, es waren meine ersten Gehversuche überhaupt - außerhalb von Windows.Beim Stöbern im Internet war ich damals auf die Distribution Ubuntu (Version 6) in ihren verschiedenen Ausführungen gestoßen. Die große deutschsprachige Community und das umfangreiche Wiki konnten mich schnell davon überzeugen, es auch einmal mit Linux zu versuchen, zumal mir das alte Windows XP auf meinem Notebook sowieso nicht mehr zusagte.
Es fehlte nur noch die passende Desktopumgebung. Da ich durchaus ein Liebhaber von kleinen grafischen Spielereien bin, entschied ich mich kurzerhand aufgrund einiger Screenshots für Kubuntu (mit KDE). Mithilfe einer Anleitung aus dem Wiki war die Installation parallel zu dem bereits auf der Festplatte liegendem Windows weitesgehend problemlos, selbst die Partitionierung geling auf diese Weise.
Anschließend nutzte ich mein neu aufgesetztes Kubuntu für die ein oder anderen Experimente. Aufgrund magerer Konsolenkenntnisse zerschoss ich mir das System dann aber doch recht schnell.
Spätestens als ich auf eine neue Version updaten wollte, blieb nur noch die Formatierung. Ein automatisches Update war damals unter Kubuntu noch nicht möglich, dies ging nur unter Ubuntu (mit Gnome), wie ich erst zu diesem Zeitpunkt in Erfahrung brachte. Auch die Tatsache, dass eine Anleitung für das Update über die Konsole existierte, konnte mich nicht vor der Vernichtung meiner ersten Linux-Installation bewahren.
Da ich aber sowieso nur experimentiert hatte, trauerte ich dem alten System nicht lange hinterher und versuchte es anschließend mit Ubuntu, was mit seiner Paketverwaltung ein wahrer Segen für Anfänger ist. Damit waren selbst die noch fehlenden Audio- und Video-Codes schnell installiert.
Einige Zeit später sollte die Festplatte meines Notebooks allerdings der Geist des Lebens verlassen, sodass ich Linux nach dem Einbau einer Nachfolgerin vorerst ruhen ließ.
Neuerungen, sowohl was die einzelnen Distributionen als auch die Desktopumgebungen anging, verfolgte ich aber nach wie vor mit großem Interesse.
Vor ein paar Tagen bekam ich in Folge dessen wieder Lust, ein wenig mit Linux zu experimentieren. Da ich inzwischen wieder einen Desktop-PC mein eigenen nenne, kann ich mein altes Notebook bedenkenlos Linux hingeben.
Zunächst schaute ich mich natürlich wieder auf den Seiten von Ubuntu um und fand dort mehrere sehr ansprechende Screenshots des neuesten Kubuntu. Mit der entsprechenden Live-CD wurde die Installation nach einem kurzen Test dann gleich durchgeführt.
Die Neuerungen auf der Oberfläche seit meinem letzten Kontakt mit Kubuntu können sich wirklich sehen lassen. Das Standard-Menü macht optisch sehr viel her, bei häufigem Zugriff ist es aber doch ein wenig umkomfortabel, da die Inhalte nicht so schnell erreicht werden können wie dies bspw. im Standard-Menü unter Ubuntu der Fall ist. Als es dann aber an die Konfiguration des neu aufgesetzten Systems, unter anderem des Touchpads, ging, musste ich feststellen, dass alles mit Gnome mal wieder einfacher gewesen wäre.
Jedenfalls hatte ich wenig Lust daran, bereits gängige Einstellungen manuell in den entsprechenden Konfigurationsdateien vornehmen zu müssen. Die Informationen aus dem Wiki konnten mir diesbezüglich auch nicht sehr viel weiterhelfen, da es einfach an Hintergrundinformationen für Anfänger fehlte.
Der Umstieg auf Gnome erschien mir deshalb ein weiteres Mal naheliegend.
Bevor ich mich aber für die neueste Version von Ubuntu entschied, stöberte ich im Internet nach weiteren Alternativen und wurde schließlich fündig. Bei meinem Fund handelt es sich um die Linux-Distribution Linux Mint, welche zwar auf Ubuntu basiert, von Haus aus aber eigene interessante Features mit sich bringt. Windows-Nutzer dürften hellhörig werden zu erfahren, dass diverse Audio- und Video-Codecs bereits vorinstalliert sind. Unter Ubuntu mussten die entsprechenden Pakete immer eigenhändig installiert werden, es sich sich nicht um freie Codecs handelt. Darüber hinaus bietet Linux Mint aber auch ein eigenes Menü, das mir persönlich noch besser als das Standard-Menü von Ubuntu gefällt, und einen individuellen Look, getreu dem Namen des Projekts. Es schien damit gerade zu perfekt für meine Zwecke, auch wenn mir das Projekt bislang noch nicht über den Weg gelaufen war (und das, obwohl Linux Mint laut DistroWatch zu den beliebtesten Linux-Distributionen schlechthin zählt).
Mir jedenfalls gefällt Linux Mint auch nach der Installation noch sehr gut. Ich habe den Eindruck, dass Gnome einfach die bessere Desktopumgebung für Windows-Umsteiger ist, zumindest habe ich diese Erfahrung gleich zweimal machen können.
Ich bin jedenfalls überzeugt davon, dass es Distributionen wie Linux Mint bedarf, um alteingessesene Windows-Nutzer eine ehrwürdige Alternative zu bieten, ohne sie gleich mit der Steuerung des Systems per Konsole zu überfordern.
Der Einstieg in Linux ist mit derart benutzerfreundlichen Distributionen leichter denn je, und sobald man auf die nötige Erfahrung bauen kann, sollte der Umstieg auf eine der übrigen Distributionen kein Problem mehr sein.
Die siebte Version von Linux Mint (Gloria) ist übrigens gerade in Arbeit und sieht im aktuellen Entwicklungsstadium schon sehr vielversprechend aus. Einzig eine derart große deutschsprachige Community mit Wiki, wie dies bei Ubuntu der Fall ist, fehlt noch. Bei Problemen sollte das Ubuntu-Wiki aber auch helfen können, immerhin basiert Linux Mint ja auf den aktuellen Versionen von Ubuntu.
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Kommentare
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Sebastian Fuchs
03.06.2009
Immer wieder gerne! ;)
Es ist schön, hin und wieder ein paar Reaktionen auf meine Artikel zu lesen.
Die neue grafische Installation über Live-CD finde ich ebenfalls sehr komfortabel, in dieser Hinsicht konnten Ubuntu & Co. in den letzten Jahren wirklich große Fortschritte erzielen.
Übrigens habe ich vor ein paar Tagen ebenfalls Linux Mint 7 auf mein Notebook aufgespielt. Einziger Wermutstropfen: Ich musste das System komplett neu installieren, da das grafische Upgrade leider fehlgeschlagen war. Optimistisch wie ich war, hatte ich dies nämlich gleich mal ausprobiert, da ich zuvor in Ubuntu keine schlechten Erfahrungen damit gemacht hatte.
Da ich aber ohnehin noch nicht viel auf dem System gearbeitet hatte, war dies nicht weiter problematisch.
Es ist schön, hin und wieder ein paar Reaktionen auf meine Artikel zu lesen.
Die neue grafische Installation über Live-CD finde ich ebenfalls sehr komfortabel, in dieser Hinsicht konnten Ubuntu & Co. in den letzten Jahren wirklich große Fortschritte erzielen.
Übrigens habe ich vor ein paar Tagen ebenfalls Linux Mint 7 auf mein Notebook aufgespielt. Einziger Wermutstropfen: Ich musste das System komplett neu installieren, da das grafische Upgrade leider fehlgeschlagen war. Optimistisch wie ich war, hatte ich dies nämlich gleich mal ausprobiert, da ich zuvor in Ubuntu keine schlechten Erfahrungen damit gemacht hatte.
Da ich aber ohnehin noch nicht viel auf dem System gearbeitet hatte, war dies nicht weiter problematisch.
Habe mir jetzt Mint 7 installiert (erstmal mit Live CD getestet) und es gefällt mir sehr gut! Installation war echt einfach, konnte meine bestehenden Partitionen behalten und meine Daten welche auf einer extra Partition gesichert waren sind auch noch da!
Habe somit von Mandriva 2009.1 gewechselt! :)