Internetbetrug nun auch per Post

30.05.2009 Internetbetrug nun auch per Post Einige Internetnutzer dürften mit dem Problem bereits vertraut sein: Hin und wieder verirrt sich eine scheinbar von einem Anwalt verschickte Mahnung oder Rechnungen von Firmen in das eigene E-Mail-Postfach, die mehr als unglaubwürdig wirken. Teilweise auch in anderen Sprachen, sind derartige Betrugsversuche in der Regel gestückt von etlichen Rechtschreibfehlern und lassen sich meistens leicht entlarven, sodass man sie auf direktem Wege ins Daten-Nirvana schicken kann.

Was heute bei uns in der Post war, hat mich dann aber doch ein wenig überrascht. Die Network Mediagroup (NMG), ansässig in London, schickt eine Mahnung für die Registrierung eines Domainpakets in Höhe von 229 Euro.
Genauer gesagt geht es um die Domain meines Vaters, die ich erst im letzten Jahr zu meinem eigenen Hoster umgezogen habe.
Besagte Firma gibt nun an, dass mehrere Domains mit anderen Top-Level-Domains aber gleichem Namen wie die meines Vaters in einem Paket reserviert wurden, um den Missbrauch dieser Domains seitens anderer Parteien zu verhindern. Abgesehen davon, dass dies im Falle der Seite meines Vaters eher nebensächlich ist, erschien mir die Summe von 229 Euro für gerade mal drei Domains und einen Zeitraum von einem Jahr unverhältnismäßig hoch.
Eine kurze Recherche im Internet zeigte dann auch, dass der erhaltene Brief keineswegs ein Einzelfall war. Erstaunlich ist allerdings, wie viel Mühe sich Betrüger inzwischen machen, um eine nahezu perfekte Täuschung zu erzielen.
Der Brief, übrigens auf blauem Papier, wirkt seriös und wurde professionell ausgestaltet. Auf den ersten Blick erscheint er also durchaus glaubwürdig, auch wenn die Umstände des Erhalts eher merkwürdig sind, zumal der angebliche Dienstleister aus Großbritannien kommt.
Das Verschicken dieser Briefe dürfte in jedem Fall kostenaufwendiger sein als der nahezu kostenlose Versand von E-Mails. Die Tatsache, dass dennoch der Postweg genutzt wird, lässt aber leider eine ausreichende Anzahl an zahlenden Opfern vermuten.

Leider ist es sehr schwierig, gegen solche Betrüger vorzugehen, besonders wenn sie aus dem Ausland kommen. Es bleibt deshalb oft nichts anderes übrig, als derartige Post stets kritisch zu begutachten und im Internet eine kleine Recherche anzustellen.

Kommentare

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Schreiber Thomas 02.06.2009
Naja bei uns geht die tolle Firma Network MediaGroup noch einen Schritt dreister vor. Wir haben die Domain www.tiptoppreis.de reserviert und haben heute eine Rechnung für gleiche Domain als TLD .com .biz und .eu erhalten. Auch wenn wir einige Domains in unserem Pool haben, haben wir den Überblick nicht verloren. Besonders Dreist, die Domains werden sowohl auf der Website der Media-Group wie auch bei anderen Providern als "frei" angezeigt. Aber wie Sie schon in Ihrem Artikel richtig geschrieben hat ist das Vorgehen gegen solche Firmen nicht nur schwierig sondern auch Kosten und Zeit intensiv. Nichts desto trotz überlege ich ernsthaft eine Anzeige zu erstatten. Fraglich nur ob dieser Weg möglich ist, denn der Weg über einen Anwald kostet direkt Geld......................
Sebastian Fuchs 03.06.2009
Das Vorgehen der Network Mediagroup war in meinem Fall identisch. Es wird versucht vorzugeben, dass die ähnlich lautenden Domains bereits registriert wurden und dafür Kosten fällig werden, in Wirklichkeit werden diese aber erst in Folge der Zahlung (wenn überhaupt) registriert.

Falls Sie wirklich eine Anzeige in die Wege leiten sollten, wünsche ich Ihnen in jedem Fall viel Erfolg, wobei ein wenig Glück vermutlich auch nicht schaden kann. Ich denke aber, dass man das "Geschäft" derartiger Betrüger durch Artikel wie meine immerhin ein wenig einschränken kann. Einzig die eigentlichen Verursacher können man auf diesem Wege nicht an dem Starten neuer Betrugsversuche gehindert werden.