Wechsel der Entwicklungsumgebung

06.11.2009 Wechsel der Entwicklungsumgebung Seit Beginn der Arbeiten an meinem neuen Content Management System slyfox setze auch ich auf eine PHP Entwicklungsumgebung (IDE).

Den Einstieg in die Welt der IDEs fand ich mit NetBeans. Ich wusste die Vorteile einer Entwicklungsumgebung schnell zu schätzen. Sie machte die Projekt-Verwaltung nicht nur einfacher und übersichtlicher, sondern sorgte zusätzlich für eine wesentlich höhere Effizienz bei der Programmierung.
Beispielsweise erleichterte mir der Code Assistent durch die Anzeige verfügbarer Methoden und deren Dokumentationshinweise beim Zugriff auf Objektinstanzen den Einstieg in das Zend Framework.
Darüber hinaus half das unmittelbare Debugging im Editor dabei, Syntax-Fehler frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Sehr gut gefiel mir auch eine Editor-Funktion, die eine Kontext-abhängige Umbenennung von Variablen ermöglicht.

Nach über einem halben Jahr mit der NetBeans IDE für PHP kam bei mir allerdings das Interesse auf, nach würdigen Alternativen zu suchen. Meinen ersten Halt machte ich bei dieser Suche auf der Seite der weit verbreiteten Entwicklungsumgebung Eclipse. Nach der Installation tauchte bei der Nutzung des Editors allerdings regelmäßig eine Fehlermeldung auf, die Ursache des Problems war allerdings nicht ganz klar. Vermutlich handelte es sich nicht um ein generelles Problem von Eclipse, die Tatsache, dass der Fehler gleich nach der Installation auftrat, minderte meine Test-Euphorie aber doch ein wenig. Auch die noch eher lückenhafte Übersetzung ins Deutsche konnte mich nicht wirklich überzeugen. Für ein derart populäres Projekt wie Eclipse hätte ich eigentlich mit einer weiter fortgeschritteneren Übersetzung gerechnet. NetBeans konnte in diesem Bereich mit einer vollständigen Übersetzung bei mir punkten.

Dennoch konnte Eclipse mein Interesse wecken, sodass ich das mir aus Forenbeiträgen bekannte Aptana Studio in Erinnerung rief, eine Entwicklungsumgebung speziell für die Webentwicklung. Sie basiert auf Eclipse und ist unter anderem als Plugin hierfür verfügbar.
Trotz der vorhandenen Eclipse-Installation entschied ich mich für die Standalone-Variante, um einen richtigen Neuanfang zu ermöglichen.
Nach der Installation ergaben sich zwar zunächst nicht viele sichtbare Unterschiede zu Eclipse, das Gesamtpaket konnte mich aber wesentlich besser überzeugen. Vor allem die zusätzliche Plugin-Verwaltung erleichterte mir den Einstieg in das Erweiterungssystem von Eclipse. Dieses Mal entschied ich mich dazu, ohne eine deutsche Übersetzung zu arbeiten. Oberflächen in der eigenen Muttersprache halte ich zwar für angenehmer, gerade beim Programmieren ist eine englische Oberfläche aber auch nicht wirklich hinderlich.

Im Vergleich zu NetBeans fiel mir gleich auf, dass das Aptana Studio bzw. Eclipse einen wesentlich besseren Code Assistenten bieten. Klassen werden nicht nur besser gefunden, auch die Integration des Assistenten in den Editor ist den Entwicklern besser gelungen. Dies gilt ebenso für Code Vervollständigung, speziell bei Dokumenten, in denen mehrere verschiedene Sprachen zum Einsatz kommen (z.B. PHP mit HTML).
Die Konfigurationsmöglichkeiten des Aptana Studios sind zudem vielseitiger und ermöglichen eine individuellere Anpassung der Entwicklungsumgebung an die persönlichen Bedürfnisse.
Sehr praktisch sind die - wahlweise vordefinierten oder selbst erstellten - Snippets, welche beim Programmieren per Mausklick in den Quelltext eingefügt werden können. Das erspart das Neuschreiben häufig gebrauchter Code-Bausteine.
Überzeugen konnte mich auch die gute Anbindung an FTP-Server, welche den schnellen Datenaustausch zwischen lokaler Entwicklungsumgebung und einem FTP-Server ermöglicht. Dies funktioniert übrigens auch projektbezogen.
Ein kleines Manko hatte das Aptana Studio dennoch: UTF-8 ist nach der Installation nicht der voreingestellte Zeichensatz, was bei einer IDE die sich an Webentwickler richtet heutzutage eigentlich Standard sein sollte.

Dies trübt den überaus positiven Eindruck, den ich in den letzten Tagen vom Aptana Studio gewonnen habe, jedoch kaum. Im Vergleich zu NetBeans konnten das Aptana Studio und Eclipse bei mir besonders durch die bessere Quelltextverarbeitung punkten. Das betrifft sowohl die Hilfen beim Programmieren als auch das Debugging.
Auf diesem Gebiet schwächelt NetBeans einfach häufiger.
Die Wahl meiner zukünftigen Entwicklungsumgebung fiel deshalb auf das Aptana Studio, welches als Eclipse für Webentwickler bezeichnet werden könnte. Der Vollständigkeit halber sei aber gesagt, dass unter Eclipse mit den verfügbaren Erweiterungen ein sehr ähnliches Setup erreicht werden kann. Viele der eingesetzten Komponenten sind ohnehin identisch, was aber nicht zuletzt daran liegt, dass das Aptana Studio auf Eclipse basiert. Ohnehin können alle Erweiterungen für Eclipse auch im Aptana Studio genutzt werden.

Kommentare

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azUTwZTSvKy 20.12.2011
At last! Sooemne with the insight to solve the problem!